Dichter

Ada Christen

Ada Christen war eine österreichische , die durch ihre erotischen und sozialkritischen Werke auf viel Interesse gestoßen ist.
Ada Christen, eigentlich (geborene Friederik), wurde am 6. März 1839 als Tochter einer Kaufmannsfamilie in Wien geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters geriet die Familie in finanzielle Not; er starb an den Folgen einer Kerkerhaft, die er wegen seiner Teilnahme an der 48er Revolution zu verbüßen hatte.

Ada Christen musste ihren Unterhalt selbständig verdienen, zunächst als Blumenmädchen und Näherin, dann als Angehörige eines Wandertheaters, mit dem sie einige Jahre lang durch die österreichisch-ungarische Provinz tingelte. Sie spielte von 1855 bis 1858 am Meidlinger Theater.
1864 heiratete sie einen wohlhabenden ungarischen Adeligen, der jedoch bereits 1868 starb, was sie erneut in finanzielle Not brachte. Ihr einziges Kind verlor sie 1866 kurz nach der Geburt. Sie kehrte nach Wien zurück, wo sie wieder als Schauspielerin arbeitete und versuchte, auch als Schriftstellerin ein Einkommen zu finden.
Durch die Vermittlung von Ferdinand von Saar erschien 1868 ihr erster Gedichtband “”. Das Werk erregte durch seine Mischung aus und großes Aufsehen und wurde bereits im nächsten Jahr zum zweiten Mal aufgelegt. (Saar hatte ihr auch zu dem Pseudonym Ada Christen geraten). Es folgten drei weitere Gedichtbände, in denen sie ebenfalls, ausgehend von eigenen Erfahrungen, die sozialen und moralischen Missstände anprangerte. In ihrem Schaffen war sie eine Vorreiterin des .

1878 hatte sie Adalmar von Breden, einen Unternehmer, Rittmeister a. D. und Militärschriftsteller, geheiratet, was sie zunächst der materiellen Sorgen enthob. Ada Christen konnte deshalb einen Salon führen, in dem sich einige bedeutende Schriftsteller jener Zeit trafen: Neben dem eng befreundeten Ferdinand von Saar gehörten auch Friedrich Hebbel und Ludwig Anzengruber zu diesem Kreis. Durch wirtschaftliche Misserfolge ihres Mannes bedingt, entstand gegen Ende der 1880er Jahre erneut eine wirtschaftlich schwierige Situation.
Die Verschlimmerung eines schon früher aufgetretenen Nervenleidens zwang Ada Christen zum völligen Rückzug aus der Öffentlichkeit. Kuraufenthalte in verschiedenen Orten brachten keine Besserung; sie starb am 19. Mai 1901 auf Gut Einsamhof bei Inzersdorf. Ada Christen wurde auf dem evangelischen Friedhof Matzleinsdorf begraben.