Adelbert von Chamisso Was ist’s, o Vater, was ich verbrach (1832)

  Was ist's, o Vater, was ich verbrach?
  Du brichst mir das Herz und fragst nicht darnach.
  Ich hab ihm entsagt nach deinem Befehl,
  doch nicht ihn vergessen, ich hab es nicht Hehl.

5 Noch lebt er in mir, ich selbst bin tot,
  und über mich schaltet dein strenges Gebot.
  Wann Herz und Wille gebrochen sind
  bittet um eins noch dein armes Kind.

  Wann bald mein müdes Auge sich schließt,
10 und Tränen vielleicht das deine vergeißt.
  An der Kirchwand dort, beim Hollunderstrauch,
  wo die Mutter liegt, da lege mich auch.

Neuen Kommentar hinzufügen

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt, die Moderation der Kommentare liegt allein bei Lyrik123.de. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.