Dichter

Alfred von Meißner

Alfred von Meißner

Alfred von

Der österreichische Lyriker und Erzähler Alfred von Meißner ist als politische Figur des von Bedeutung.

Der am 15. Oktober 1822 in Teplitz geborene Enkel August Gottlieb Meißners stammte aus einer weltoffenen Familie; sein Vater war Badearzt, die Mutter schottischer Herkunft. Meißner studierte ab 1840 in Prag Medizin und promovierte 1846. Wie sein Studienfreund Moritz Hartmann begann er zu schreiben und in Prager Zeitschriften zu veröffentlichen. Seine ersten Gedichte (1845) und ein Versepos über den böhmischen Freiheitshelden Žižka (1846) machten Alfred von Meißner im Vormärz als politischen bekannt. Seit 1846 lebte er in Leipzig, seit 1847 in Paris, wo er mit Heine bekannt wurde – Meißners Erinnerungsband „Heinrich Heine“ (1856) wurde zu einer der wichtigsten Quellen über dessen Spätzeit. 1848 wurde Meißner als Vertreter des Wahlkreises Leitmeritz in die gewählt, wo er sich der äußersten Linken anschloss. Nach dem Scheitern der Revolution radikalisierten sich seine Ansichten (vgl. „Revolutionäre Studien aus Paris“, 1849).

In den Folgejahren war Alfred von Meißner in ganz Europa unterwegs und lebte ab 1869 in Bregenz. Politisch entwickelte er sich zum Anhänger konservativer und nationalistisch-preußischer Vorstellungen. Seit den 50er Jahren schrieb er zahlreiche Romane und Erzählungen, bei denen er sich in einem bis heute nicht ganz geklärten Maße von dem tschechischen helfen ließ. Als dieser Meißner erpresste und seine Mitarbeit bekannt machte, kam es zu einem öffentlichen Streit und literarischen Skandal.

Alfred von Meißner starb am 29. Mai 1885 in Bregenz an den Folgen eines Selbstmordversuchs.

In seiner Lyrik rief Meißner, wie sein Vorbild Nikolaus Lenau, weltschmerzlich-elegisch wie auch kämpferisch-pathetisch zum Freiheitskampf auf. Stärker als andere Vormärzdichter befasste er sich auch mit sozialen Problemen. Während die späteren Gedichte und die Dramen wenig bemerkenswert sind, verlagerte sich Alfred von Meißners literarische Produktion immer stärker auf die . Sein politischer Weg vom Radikalen über den Liberalen zum Konservativen spiegelt sich in umfangreichen Zeit- und Gesellschaftsgemälden, in denen Kolportagezüge immer stärker hervortreten.

Bemerkenswert ist Alfred von Meißners späte Autobiographie „Geschichte meines Lebens“ (1884), die besonders in den Abschnitten über den Vormärz und die Revolutionszeit eine historische und literarische Quelle von Rang darstellt.