August Ernst, Freiherr von Steigentesch Das Glück der Unwissenheit

  Das Kind des Glücks, der heit're Wahn
  Der Freude leiser Flug
  Umschwebten gaukelnd meine Bahn,
  wo sanft gewiegt den leichten Kahn
5 des Lebens Welle trug.
  Bedeckt mit jungen Rosen lag
  Das alte Bild der Zeit;
  Im Busen schlug ein gleicher Schlag
  Und schön wie Träume sank der Tag
10 In die Vergangenheit.
  Da führte mich der Weisheit Hand
  Wo Wahrheit uns belehrt;
  Der Wahn entfloh, die Freude schwand,
  Und ach, die Wahrheit die ich fand
15 War meinen Wahn nicht wert.
  Du blinder Wahn, mein heilges Glück,
  Warum entschlüpfest du?
  Nimm Wahrheit, nimm dein Licht zurück,
  Und binde mir wie meinem Glück
20 Die Augen wieder zu.

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