Philologe

August Wilhelm von Schlegel

August Wilhelm von Schlegel

August Wilhelm von

August Wilhelm von Schlegel gilt zusammen mit seinem Bruder Friedrich als wichtigster Initiator der literarischen in .

August Wilhelm von Schlegel (* 8. September 1767 in Hannover; † 12. Mai 1845 in Bonn) war ein deutscher Literaturhistoriker, , Schriftsteller, Indologe und Philosoph.

Schlegel studierte in Göttingen Theologie und Philologie. Dort fand er in Gottfried August Bürger einen Mentor, der ihm Einblicke in die Übersetzungspraxis aus klassischen sowie neueren Sprachen vermittelte. Er war als Kritiker und Rezensent tätig, vor allem in Jena, wo er im Kreise um seine Frau Caroline, seines Bruders Friedrich und dessen Frau Dorothea, um Johann Gottlieb Fichte sowie später Ludwig Tieck und Novalis die neue „romantische“ Schule prägte. Im Sinne dieser neuen kritisch-poetologischen Richtung gab August Wilhelm von Schlegel mit seinem Bruder Friedrich die Zeitschrift “Athenaeum” heraus. 1797–1810 erschien August Wilhelm von Schlegels Übersetzung von 14 Dramen Shakespeares. Diese später ergänzte Übertragung ist bis heute die deutsche Standardversion. In Berlin hielt Schlegel von 1801 bis 1804 die Vorlesungsreihe „Über schöne und Kunst“, in der er die Literaturen des klassischen Altertums, des germanischen und provenzalischen Mittelalters sowie der romanischen Neuzeit als ebenbürtig darstellte.

Nach der Auflösung seiner Ehe 1803 war August Wilhelm von Schlegel bis 1817 Hausfreund und Begleiter von Madame de Staël, unter anderem auf Reisen durch Deutschland, Österreich und Russland. Höhepunkt dieser Jahre waren die berühmten Vorlesungen über dramatische Kunst und Literatur, 1808 in Wien gehalten, die aus seinen Shakespeare- und Calderón-Übersetzungen hervorgingen; daran anknüpfend stellen sie die Prinzipien klassischer und romantischer Dramenkunst im Sinne religiöser und formeller Gegensätze, aber auch der Gleichwertigkeit alter und neuer Traditionen dar. Später wandte sich August Wilhelm von Schlegel wieder der Philologie zu, insbesondere der indischen. Er gehörte wie Humboldt und Franz Bopp zu den Gründern der modernen komparativen . Aber nicht nur die reine Philologie interessierte ihn. Ausdrücklich schrieb er, dass er sich von den vergleichenden Sprachforschungen Aufschlüsse über die Naturgeschichte des Menschen erhoffte.

An literarischen Werken verfasste August Wilhelm von Schlegel Sonette, Balladen und Dramen. Blieben seine eigenen Werke auch unbedeutend, so sind seine Verdienste für die deutsche Literatur als Übersetzer, (z.T. gemeinsam mit Ludwig Tieck) maßgebend.