Clemens Brentano Was reif in diesen Zeilen steht (1834)

  Was reif in diesen Zeilen steht,
  Was lächelnd winkt und sinnend fleht,
  Das soll kein Kind betrüben,
  Die Einfalt hat es ausgesäet,
5 Die Schwermut hat hindurchgeweht,
  Die Sehnsucht hat's getrieben;
  Und ist das Feld einst abgemäht,
  Die Armut durch die Stoppeln geht,
  Sucht Ähren, die geblieben,
10 Sucht Lieb', die für sie untergeht,
  Sucht Lieb', die mit ihr aufersteht,
  Sucht Lieb', die sie kann lieben,
  Und hat sie einsam und verschmäht
  Die Nacht durch dankend in Gebet
15 Die Körner ausgerieben,
  Liest sie, als früh der Hahn gekräht,
  Was Lieb' erhielt, was Leid verweht,
  Ans Feldkreuz angeschrieben,
  O Stern und Blume, Geist und Kleid,
20 Lieb', Leid und Zeit und Ewigkeit!

Neuen Kommentar hinzufügen

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt, die Moderation der Kommentare liegt allein bei Lyrik123.de. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.