Eduard Mörike Die Liebe, sagt man, steht am Pfahl gebunden (1828)

  Die Liebe, sagt man, steht am Pfahl gebunden,
  Geht endlich arm, zerrüttet, unbeschuht;
  Dies edle Haupt hat nicht mehr, wo es ruht,
  Mit Tränen netzet sie der Füße Wunden.

5 Ach, Peregrinen hab' ich so gefunden!
  Schön war ihr Wahnsinn, ihrer Wange Glut,
  Noch scherzend in der Frühlingsstürme Wut,
  Und wilde Kränze in das Haar gewunden.

  War's möglich, solche Schönheit zu verlassen?
10 – So kehrt nur reizender das alte Glück!
  O komm, in diese Arme dich zu fassen!

  Doch weh! o weh! was soll mir dieser Blick?
  Sie küßt mich zwischen Lieben noch und Hassen,
  Sie kehrt sich ab, und kehrt mir nie zurück.

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