Emanuel Geibel Herab von den Bergen (1848)

  Herab von den Bergen zum Tale,
  Vom Tal zu den Höhen hinan,
  So zieh' ich wohl tausendmale,
  Der Frühling zieht mir voran.

5 Der Strom im Morgenrote
  Lockt blinkend das Ufer entlang;
  Der Mond, der Friedensbote,
  Geht mit mir am Himmel den Gang.

  Und alle die Vögel, die singen
10 Im Walde so wundervoll
  Von tausend herrlichen Dingen,
  Die ich noch finden soll.

  Sie singen: Wohl weit in der Ferne
  Da rauschet ein waldiger Grund,
15 Drin glänzen zwei selige Sterne,
  Drin blüht ein vielrosiger Mund.

  Die Sterne, die sollen dich grüßen
  So fromm, wie sie keinem getan,
  Den Mund, den Mund sollst du küssen,
20 Du glücklicher Wandersmann!

Neuen Kommentar hinzufügen

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt, die Moderation der Kommentare liegt allein bei Lyrik123.de. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.