Emanuel Geibel Siehst du das Meer? (1850)

  Siehst du das Meer?
  Es glänzt auf seiner Flut
  Der Sonne Pracht;
  Doch in der Tiefe,
5 wo die Perle ruht,
  Ist finstre Nacht.

  Das Meer bin ich.
  In stolzen Wogen rollt
  Mein wilder Sinn,
10 Und meine Lieder ziehn
  wie Sonnengold
  Darüber hin.

  Sie flimmern oft
  von zauberhafter Lust,
15 Von Lieb' und Scherz;
  Doch schweigend blutet
  in verborgner Brust
  Mein dunkles Herz.

Neuen Kommentar hinzufügen

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt, die Moderation der Kommentare liegt allein bei Lyrik123.de. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.