Ernst Moritz Arndt An das Vaterland (1824)

   Wo dir, o Mensch, Gottes Sonne zuerst schien,
  Wo dir die Sterne des Himmels zuerst leuchteten,
  Wo seine Blitze dir die Allmacht offenbarten,
  Und seine Sturmwinde dir mit heil'gem Schrecken
5 Durch die Seele brausten:
  Da ist deine Liebe, da ist dein Vaterland!

   Wo das erste Menschenauge sich liebend über
  Deine Wiege neigte, wo deine Mutter dich zuerst
  Mit Freuden auf dem Schoße trug
10 Und dein Vater dir die Lehren der Weisheit
  Ins Herz dir grub:
  Da ist deine Liebe, da ist dein Vaterland!

   Und sei'n es kahle Felsen und öde Inseln,
  Und wohne Armut und Mühe dort mit dir, -
15 Wo dir, o Mensch, Gottes Sonne zuerst schien,
  Wo dir die Sterne des Himmels zuerst leuchteten,
  Wo seine Blitze dir die Allmacht offenbarten,
  Und seine Sturmwinde dir mit heil'gem Schrecken
  Durch die Seele brausten:
20 Da ist deine Liebe, da ist dein Vaterland!

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