Felix Dahn Ach weh mir unglückhaftem Mann (1914)

  Ach weh mir unglückhaftem Mann,
  daß ich Geld und Gut nicht habe,
  sonst spannt' ich gleich vier Schimmel an
  und führ' zu dir im Trabe.

5 Ich putzte sie mit Schellen aus,
  daß du mich hört'st von weitem,
  ich steckt' ein'n großen Rosenstrauß
  an meine linke Seiten.

  Und käm' ich an dein kleines Haus,
10 tät' ich mit der Peitsche schlagen,
  da gucktest du zum Fenster 'naus:
  Was willst du? Tät'st du fragen.

  Was soll der großen Rosenstrauß,
  die Schimmel an dem Wagen?
15 Dich will ich, rief' ich, komm heraus!
  Da tät'st du nimmer fragen.

  Nun, Vater, Mutter, seht sie an
  und küßt sie rasch zum Scheiden,
  weil ich nicht lange warten kann,
20 meine Schimmel wolln's nicht leiden.

  Ach weh mir unglückhaftem Mann,
  daß ich Geld und Gut nicht hab'.

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