Friedrich Gottlob Wetzel Das Muttergottesbild im Teiche
Im schönen Land Tirol
Hab ich mir lassen sagen,
Was da sich zugetragen
Vor langen Jahren wohl.
5 Einsmals ein Jägersmann
Geht irr in wilden Gründen,
So daß er lange finden
Wohl keinen Ausweg kann.
Er kommt an einen Teich
10 Mit spiegelklarer Welle,
Draus deine sanfte Helle
Ihn anlockt Monden gleich.
Und siehe klar und mild,
Ist wie gemalt im blauen
15 Gewässer zu erschauen
Ein Muttergottesbild.
Bald strömt viel Volks herzu
Zum Wunderbild im Teiche,
Und Alle sehn das Gleiche,
20 Das Bild steht fest in Ruh.
Sie suchen, ob im Grund
Ein solches Bild wohl liege,
Das oben seine Züge
Im Abglanz tue kund.
25 Doch all vergebens war,
So daß wohl viele meinen,
Vom Himmel widerscheinen
Das Bildnis müsse gar.
Ein Kirchlein bauen dort
30 Am Teiche fromme Leute,
Und ist daselbst noch heute
Ein heilger Wallfahrtsort.
Bibliographische Daten
Friedrich Gottlob Wetzel (1779-1819)
Das Muttergottesbild im Teiche
Im schönen Land Tirol …
Folgt...
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