Friedrich Gottlob Wetzel Das Muttergottesbild im Teiche

  Im schönen Land Tirol
  Hab ich mir lassen sagen,
  Was da sich zugetragen
  Vor langen Jahren wohl.

5 Einsmals ein Jägersmann
  Geht irr in wilden Gründen,
  So daß er lange finden
  Wohl keinen Ausweg kann.

  Er kommt an einen Teich
10 Mit spiegelklarer Welle,
  Draus deine sanfte Helle
  Ihn anlockt Monden gleich.

  Und siehe klar und mild,
  Ist wie gemalt im blauen
15 Gewässer zu erschauen
  Ein Muttergottesbild.

  Bald strömt viel Volks herzu
  Zum Wunderbild im Teiche,
  Und Alle sehn das Gleiche,
20 Das Bild steht fest in Ruh.

  Sie suchen, ob im Grund
  Ein solches Bild wohl liege,
  Das oben seine Züge
  Im Abglanz tue kund.

25 Doch all vergebens war,
  So daß wohl viele meinen,
  Vom Himmel widerscheinen
  Das Bildnis müsse gar.

  Ein Kirchlein bauen dort
30 Am Teiche fromme Leute,
  Und ist daselbst noch heute
  Ein heilger Wallfahrtsort.

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