Friedrich Hebbel Kein Lebewohl, kein banges Scheiden (1837)

  Kein Lebewohl, kein banges Scheiden!
  Viel lieber ein Geschiedensein!
  Ertragen kann ich jedes Leiden,
  Doch trinken kann ichs nicht, wie Wein.

5 Wir saßen gestern noch beisammen,
  Von Trennung wußt ich selbst noch kaum!
  Das Herz trieb seine alten Flammen,
  Die Seele spann den alten Traum.

  Dann rasch ein Kuß vom lieben Munde,
10 Nicht schmerzgetränkt, nicht angstgekürzt!
  Das nenn ich eine Abschiedsstunde,
  Die leere Ewigkeiten würzt.

Neuen Kommentar hinzufügen

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt, die Moderation der Kommentare liegt allein bei Lyrik123.de. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.