Friedrich Hebbel Nachtgefühl (1836)

  Wenn ich mich abends entkleide,
  Gemachsam, Stück für Stück,
  So tragen die müden Gedanken
  Mich vorwärts oder zurück.

5 Ich denke der alten Tage,
  Da zog die Mutter mich aus;
  Sie legte mich still in die Wiege,
  Die Winde brausten ums Haus.

  Ich denke der letzten Stunde,
10 Da werdens die Nachbarn tun;
  Sie senken mich still in die Erde,
  Dann werd ich lange ruhn.

  Schließt nun der Schlaf mein Auge,
  Wie träum ich so oftmals das:
15 Es wäre eins von beidem,
  Nur wüßt ich selber nicht, was.

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