Friedrich Julius Hammer Vertraue dich dem Licht der Sterne (1856)

  Vertraue dich dem Licht der Sterne,
  Beschleicht dein Herz ein bitt'res Weh!
  Sie sind dir nah in später Ferne,
  Wenn Menschen fern in nächster Näh'.
5 Und hast du Tränen noch so weine,
  O weine satt dich ungeseh'n!
  Doch, vor dem Aug' der Menschen scheine,
  Als wär' dir nie ein Leid gescheh'n!

  Ist dir ein schönes Werk gelungen,
10 So sei's zu neuen dir ein Ruf!
  Hast du ein treues Herz errungen,
  So danke daß es Gott dir schuf!
  Wenn deine süßentzückte Seele
  Ganz voll von heil'ger Freude ist,
15 O nicht den Neid der Menschen wähle
  Zum Zeugen, daß du glücklich bist!

  Und wenn dir Gottes Ratschluß sendet
  Der schwersten Prüfung höchste Pein,
  Dann hast du's ihm ganz zugewendet,
20 Mit ihm zu tun und dir allein!
  Davon laß nie die Lippen sprechen,
  Ob dir das Herz auch brechen will!
  Lass' es in tausend Stücke brechen,
  Doch, vor den Menschen schweige still!

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