Friedrich von Matthisson

Trost, an Elisa (1815)

  Lehnst du deine bleichgehärmte Wange
  Immer noch an diesen Aschenkrug?
  Weinend um den Toten, den schon lange
  Zu der Seraphim Triumphgesange
5 Der Vollendung Flügel trug?

  Siehst du Gottes Sternenschrift dort flimmern,
  Die der bangen Schwermut Trost verheißt?
  Heller wird der Glaube dir nun schimmern,
  Daß hoch über seiner Hülle Trümmern
10 Walle des Geliebten Geist!

  Wohl, o wohl dem liebenden Gefährten
  Deiner Sehnsucht, er ist ewig dein!
  Wiederseh'n, im Lande der Verklärten,
  Wirst du, Dulderin, den Langentbehrten,
15 Und wie er unsterblich sein!