Georg Friedrich Daumer Auf meinem Lager wach’ ich in der Nacht (1848)

  Auf meinem Lager wach' ich in der Nacht
  und misse den, der mir den Frieden giebt;
  ich schlummer' ein und wache wieder auf
  und suche den, den meine Seele liebt.
5 Doch greif' ich, ach, in eitle Leere nur
  und werde bang und stöhne tiefbetrübt:
  Was hemmet ihm die Schritte durch die Nacht?
  was säumet er, den meine Seele liebt?"

  Aufsteh'n will ich, so wie die Sonne blickt
10 und, sich zu regen, alle Wesen übt,
  und mich bemüh'n, auf Strasse und auf Markt
  zu finden ihn, den meine Seele liebt.
  Und find' ich ihn, so schmeichl' ich ihm so lang,
  bis er besiegt sich mir zu eigen giebt;
15 denn, ach, wie sollte mir erträglich sein,
  zu missen ihn, den meine Seele liebt?

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