Georg Heym Mit den fahrenden Schiffen … (1911)

  Mit den fahrenden Schiffen bin ich geschweift,
  Die wir immer durch glänzende Winter gestreift.
  Ferne kamen wir weit im insligen Meer.
  Trüb war das Jahr. Und der Himmel war leer.

5 Sage die Stadt, wo ich nicht stand im Tor.
  Ging dein Fuß hier hindurch, die ich ewig verlor.
  Unter dem Abend das flackernde Licht
  Hielt ich in vieler fremdes Gesicht.

  Bei den Toten ging ich, du warest nicht dort.
10 Schläfst du [ doch nicht ] in dem traurigen Ort.
  Und ich zog über Feld. Und die Bäume zu Haupt
  Standen herunter, im Dürren entlaubt.

  Krähen und Raben habe ich ausgesandt.
  Und sie stoben im Himmel über das braune Land.
15 Sie fielen zur Nacht mir zu Fuße mit traurigem Laut.
  Und es hing in den eisernen Schnäbeln [ nur ] trockenes Kraut.

  Ach deine Stimme so weit. Deine Hand so gebleicht,
  Die im Traume mir noch manchmal die Haare streicht.
  Alles war schon einmal. Und es kehrt wieder um.
20 (bricht ab.)

Neuen Kommentar hinzufügen

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt, die Moderation der Kommentare liegt allein bei Lyrik123.de. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.