Gottfried Keller Ein Fischlein steht am kühlen Grund (1889)

  Ein Fischlein steht am kühlen Grund,
  Durchsichtig fließen die Wogen,
  Und senkrecht ob ihm hat sein Rund
  Ein schwebender Falk gezogen.

5 Der ist so lerchenklein zu seh'n
  Zuhöchst im Himmelsdome;
  Er sieht das Fischlein ruhig steh'n,
  Glänzend im tiefen Strome!

  Und dieses auch hinwieder sieht
10 In's Blaue durch seine Welle.
  Ich glaube gar, das Sehnen zieht
  Eins an des andern Stelle!

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