Heinrich Heine Die Wälder und Felder grünen (1820)
Die Wälder und Felder grünen,
Es trillert die Lerch in der Luft,
Der Frühling ist erschienen
Mit Lichtern und Farben und Duft.
5 Der Lerchengesang erweicht mir
Das winterlich starre Gemüt,
Und aus dem Herzen steigt mir
Ein trauriges Klagelied.
Die Lerche trillert gar feine:
10 «Was singst du so trüb und bang?»
Das ist ein Liedchen, o Kleine,
Das sing ich schon jahrelang!
Das sing ich im grünen Haine,
Das Herz von Gram beschwert;
15 Schon deine Großmutter, o Kleine,
Hat dieses Liedchen gehört!
Bibliographische Daten
Heinrich Heine (1797-1856)
Die Wälder und Felder grünen
Die Wälder und Felder grünen, …
1820
Spätromantik
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