Heinrich Heine Glaube nicht, daß ich aus Dummheit (1822)
Glaube nicht, daß ich aus Dummheit
Dulde deine Teufeleien;
Glaub auch nicht, ich sei ein Herrgott,
Der gewohnt ist zu verzeihen.
5 Deine Nücken, deine Tücken
Hab ich freilich still ertragen.
Andre Leut an meinem Platze
Hätten längst dich tot geschlagen.
Schweres Kreuz! Gleichviel, ich schlepp es!
10 Wirst mich stets geduldig finden -
Wisse, Weib, daß ich dich liebe,
Um zu büßen meine Sünden.
Ja, du bist mein Fegefeuer,
Doch aus deinen schlimmen Armen
15 Wird geläutert mich erlösen
Gottes Gnade und Erbarmen.
Bibliographische Daten
Heinrich Heine (1797-1856)
Glaube nicht, daß ich aus Dummheit
Glaube nicht, daß ich aus Dummheit …
1822
Spätromantik
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