Heinrich Heine Was will die einsame Träne (1821)

  Was will die einsame Träne?
  Sie trübt mir ja den Blick.
  Sie blieb aus alten Zeiten
  In meinem Auge zurück.

5 Sie hatte viel leuchtende Schwestern,
  Die alle zerflossen sind,
  Mit meinen Qualen und Freuden
  Zerflossen in Nacht und Wind.

  Wie Nebel sind auch zerflossen
10 Die blauen Sternelein,
  Die mir jene Freuden und Qualen
  Gelächelt ins Herz hinein.

  Ach, meine Liebe selber
  Zerfloß wie eitel Hauch!
15 Du alte, einsame Träne,
  Zerfließe jetzunder auch!

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