Heinrich Heine Wie die Tage macht der Frühling (1822)

  Wie die Tage macht der Frühling
  Auch die Nächte mir erklingen;
  Als ein grünes Echo kann er
  Bis in meine Träume dringen.

5 Nur noch märchensüßer flöten
  Dann die Vögel, durch die Lüfte
  Weht es sanfter, sehnsuchtwilder
  Steigen auf die Veilchendüfte.

  Auch die Rosen blühen röter,
10 Eine kindlich güldne Glorie
  Tragen sie, wie Engelköpfchen
  Auf Gemälden der Historie -

  Und mir selbst ist dann, als würd ich
  Eine Nachtigall und sänge
15 Diesen Rosen meine Liebe,
  Träumend sing ich Wunderklänge -

  Bis mich weckt das Licht der Sonne,
  Oder auch das holde Lärmen
  Jener andren Nachtigallen,
20 Die vor meinem Fenster schwärmen.

Neuen Kommentar hinzufügen

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt, die Moderation der Kommentare liegt allein bei Lyrik123.de. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.