Heinrich Seidel Das Posthorn

  Horchend über schroffe Mauern
  Auf die Nachtigallenlieder
  Schaun zwei jugendliche Nonnen
  In das Thal voll Sehnsucht nieder.
5 Wundervolle Frühlingsmondnacht!
  Klang und Sang in lauen Lüften,
  Luft'gen Silbers volle Schale,
  Schwimmt das Thal in Glanz und Düften.
  Horch, da rollt's im Grund; es klinget
10 Eines Posthorns muntres Tönen,
  Und die Jüngste hüllt ihr Antlitz,
  Und sie wendet sich mit Thränen. -
  Doch die Klosterglocke schrillend
  Übertönt das Horn, das helle -
15 Und die Nonnen wandeln schweigend
  Zum Gebet in ihre Zelle.

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