Dichter

Ignaz Franz Castelli

Ignaz Franz Castelli

Ignaz Franz

Ignaz Franz Castelli war ein österreichischer Dramatiker und einer der ersten von Mundartlyrik in .

Ignaz Franz Castelli kam am 6. März 1781 in zur Welt. Er studierte Rechtswissenschaften, widmete sich aber bald seinen literarischen Ambitionen. Mit einem Kriegslied für die österreichische Armee, das in großer Auflage an die österreichischen Soldaten verteilt wurde, etablierte er sich zu einem der ersten patriotischen Dichter der Befreiungskriege. Auf Initiative der Regierung wurde Castelli durch Entsendung nach Ungarn vor Nachstellungen der französischen Seite in Sicherheit gebracht.

Von 1811 bis 1814 war Ignaz Franz Castelli Hoftheaterdichter am Wiener Kärntnertortheater. Auf der Bühne hat sich von seinen 199 Lustspielen heute nichts mehr erhalten, doch seine Singspiel- „Die Schweizer Familie“ (1809) für Joseph Weigl sowie „Die Verschworenen“, komponiert von Franz Schubert, Georg Abraham Schneider und Franz de Paula Roser, erlangten große Popularität. Die Opern von Weigl und Schubert wurden jüngst wieder aufgeführt.

Als Herausgeber und Mitarbeiter diverser Periodika in Wien und im deutschsprachigen Raum trug Ignaz Franz Castelli (in teils pseudonymen und anonymen Berichten mit Verfassernamen wie „Bruder Fatalis“, „Kosmas“ oder „Rosenfeld“) maßgeblich dazu bei, ein spezifisches Bild von Wien literarisch zu festigen. Zu seinen besten Werken dürften seine Gedichte in niederösterreichischer zählen, die 1828 in Wien erschienen und die österreichische (Johann Gabriel Seidl, Franz Stelzhamer, Carl Adam Kaltenbrunner) anregten. 1819 gründete Castelli die literarische Gesellschaft Ludlamshöhle. Er hatte Kontakt zu zahlreichen berühmten Schriftstellern und Künstlern seiner Zeit und war u. a. mit Moritz Gottlieb Saphir und Antonio Salieri befreundet. 1846 war er einer der Mitbegründer des Wiener Tierschutzvereins.

Ignaz Franz Castelli starb am 5. Februar 1862 im Alter von 81 Jahren in seiner Heimatstadt.