Johann Peter Uz Der gute Hirt (1751)
Was sorgest du? Sei stille, meine Seele!
Denn Gott ist ein guter Hirt,
Der mir, auch wenn ich mich nicht quäle,
Nichts mangeln lassen wird.
5 Er weidet mich auf blumenreicher Aue,
Er führt mich frischen Wassern zu,
Und bringet mich im kühlen Taue
Zur sichern Abendruh'.
Er hört nicht auf, mich liebreich zu beschirmen,
10 Im Schatten vor des Tages Glut,
In seinem Schoße vor den Stürmen
Und schwarzer Bosheit Wut.
Auch wenn er mich durch finstre Täler leiten,
Mich durch die Wüste führen wird,
15 Will ich nichts fürchten; mir zu Seiten
Geht dieser treue Hirt.
Ich aber will ihn preisen und ihm danken!
Ich halt an meinem Hirten fest;
Und mein Vertrauen soll nicht wanken.
Bibliographische Daten
Johann Peter Uz (1720-1796)
Der gute Hirt
Was sorgest du? Sei stille, meine Seele! …
1751
Empfindsamkeit
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