Joseph von Eichendorff Der Einsiedler (1838)

  Komm' Trost der Welt, du stille Nacht!
  Wie steigst du von den Bergen sacht,
  Die Lüfte alle schlafen,
  Ein Schiffer nur noch, wandermüd,
5 Singt über's Meer sein Abendlied
  Zu Gottes Lob im Hafen.

  Die Jahre wie die Wolken gehn
  Und lassen mich hier einsam stehn,
  Die Welt hat mich vergessen,
10 Da tratst du wunderbar zu mir,
  Wenn ich beim Waldesrauschen hier
  Gedankenvoll gesessen.

  O Trost der Welt, du stille Nacht!
  Der Tag hat mich so müd gemacht,
15 Das weite Meer schon dunkelt,
  Laß' ausruhn mich von Lust und Not,
  Bis daß das ew'ge Morgenrot
  Den stillen Wald durchfunkelt.

Neuen Kommentar hinzufügen

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt, die Moderation der Kommentare liegt allein bei Lyrik123.de. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.