Joseph von Eichendorff Der Gärtner (1817)
Wohin ich geh' und schaue,
In Feld und Wald und Tal,
Vom Berg hinab in die Aue:
Viel schöne, hohe Fraue,
5 Grüß' ich Dich tausendmal.
In meinem Garten find' ich
Viel Blumen, schön und fein,
Viel Kränze wohl d'raus wind' ich,
Und tausend Gedanken bind' ich
10 Und Grüße mit darein.
Ihr darf ich keinen reichen,
Sie ist zu hoch und schön,
Die müssen alle verbleichen,
Die Liebe nur ohne Gleichen
15 Bleibt ewig im Herzen stehn.
Ich schein' wohl froher Dinge
Und schaffe auf und ab,
Und, ob das Herz zerspringe,
Ich grabe fort und singe
20 Und grab' mir bald mein Grab.
Bibliographische Daten
Joseph von Eichendorff (1788-1857)
Der Gärtner
Wohin ich geh' und schaue, …
1817
Spätromantik
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