Joseph von Eichendorff Der Umkehrende (1838)

  Es wandelt, was wir schauen,
  Tag sinkt in's Abendrot,
  Die Lust hat eig'nes Grauen,
  Und alles hat den Tod.

5 In's Leben schleicht das Leiden
  Sich heimlich wie ein Dieb,
  Wir alle müssen scheiden
  Von allem, was uns lieb.

  Was gäb' es doch auf Erden,
10 Wer hielt' den Jammer aus,
  Wer möcht' geboren werden,
  Hielt'st Du nicht droben Haus!

  Du bist's, der, was wir bauen,
  Mild über uns zerbricht,
15 Daß wir den Himmel schauen –
  Darum so klag' ich nicht.

Neuen Kommentar hinzufügen

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt, die Moderation der Kommentare liegt allein bei Lyrik123.de. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.