Joseph von Eichendorff Die Nachtigallen (1840)
Möcht' wissen, was sie schlagen
So schön bei der Nacht,
's ist in der Welt ja doch niemand
Der mit ihnen wacht.
5 Und die Wolken die reisen,
Und das Land ist so blaß,
Und die Nacht wandert leise
Durch den Wald über's Gras.
Nacht, Wolken, wohin sie gehen
10 Ich weiß es recht gut,
Liegt ein Grund hinter den Höhen,
Wo meine Liebste jetzt ruht.
Zieht der Einsiedel sein Glöcklein,
Sie höret es nicht,
15 Es fallen ihr die Löcklein
Über's ganze Gesicht.
Und daß sie niemand erschrecket,
Der liebe Gott hat sie schier
Ganz mit Mondschein bedecket,
20 Da träumt sie von mir.
Bibliographische Daten
Joseph von Eichendorff (1788-1857)
Die Nachtigallen
Möcht' wissen, was sie schlagen …
1840
Spätromantik
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