Joseph von Eichendorff Morgendämmerung (1825)

  Es ist ein still Erwarten in den Bäumen,
  Die Nachtigallen in den Büschen schlagen
  In irren Klagen, können’s doch nicht sagen,
  Die Schmerzen all’ und Wonne, halb in Träumen.

5 Die Lerche auch will nicht die Zeit versäumen,
  Da solches Schallen bringt die Luft getragen,
  Schwingt sich vom Tal, eh’s noch beginnt zu tagen,
  Im ersten Strahl die Flügel sich zu säumen.

  Ich aber stand schon lange in dem Garten
10 Und bin in’s stille Feld hinausgegangen,
  Wo leis die Ähren an zu wogen fingen.

  O fromme Vöglein, ihr und ich, wir warten
  Auf’s frohe Licht, da ist uns vor Verlangen
  Bei stiller Nacht erwacht so sehnend Singen.

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