Julius Wolff Du rote Ros’

  Du rote Rose auf grüner Heid',
  Wer hieß dich blühn?
  Du heißes Herz in tiefem Leid,
  Was will dein Glühn?
5 Es braust der Sturm vom Berg herab,
  Dich knickt er um;
  Es gräbt die Liebe ein stilles Grab,
  Du bist dann stumm.

  Denk nicht an Tod, an Leben denk
10 In Lieb und Lust,
  Dich selber wirf als dein Geschenk
  An meine Brust.
  Ich weiß es ja, daß du mich liebst
  In ßeberfluß,
15 O Seligkeit! wenn du mir giebst
  Den ersten Kuß.

  Geschrieben steht am Sternenzelt,
  Du wärest mein;
  Was fragt die Liebe nach der Welt
20 Und ihrem Schein?
  Um meinen Nacken schling den Arm,
  Preß Mund auf Mund,
  Ruhst anders nicht so süß und warm
  Im weiten Rund.

25 Versink, vergiß im Wonnerausch
  Der Erde Zeit,
  Giebst für den Augenblick in Tausch
  Die Ewigkeit.
  Komm! daß du meine Sehnsucht stillst,
30 O Königin!
  Und wenn du meine Seele willst,
  So nimm sie hin!

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