Karl August Timotheus Kahlert Sanct Helena

  Hier steh' ich einsam auf dem Fels im Meer,
  Die Wogen brausen höhnend um mich her!
  Im Weltenmeere selbst ein Fels, ein Held
  Stand ich dereinst, gebieter einer Welt.
5 Die Völker lauschten einst auf mein Gebot,
  Sie spotten mein, ich bin lebendig tot.

  Auf öder Klippe steh, ich arm allein,
  Auch diese Klippe selbst ist nicht mehr mein.
  Ich trotzte Nordens Eis und Südens Glut,
10 Sie fesselten den Mann, doch nicht den Mut.
  Sie traten meine Kronen in den Staub,
  Nur eine blieb mir, die aus Lorbeerlaub.

  Umfange mich, o Sturm, du tröstest mild,
  Du meiner alten Schlachtendonner Bild.
15 Mein Wort, der Schlachten Donner, ist verhallt,
  Dich bändigen sie nicht, Natur gewalt.
  Erzähle du der Welt in spät'ster Zeit:
  "Hier stand einst Er, ein Mann in Glück und Leid."

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