Ludwig Auerbach O Schwarzwald, o Heimat!

  O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön!
  Wie locken das Herz deine schwarzdunkeln Höhn
  Zum fröhlichen Wandern in Hochsommerzeit,
  Zum Rasten in heimlicher Einsamkeit,
5 Im traulichen Mühlgrund, bei Quellengetön:
  O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön!

  O Schwarzwald, o Heimat, wohl hat mir die Welt
  Mit köstlichen Wundern die Seele geschwellt:
  Die lachende Ferne erschloß ihre Pracht,
10 Doch hab' ich in Liebe stets deiner gedacht,
  Im Traum sah ich winken die schwarzdunkeln Höhn:
  O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön!

  O Schwarzwald, o Heimat, dein Rauschen erklang
  Ins Träumen des Kindes, wie Wiegengesang,
15 Und später, da gabst du dein weites Revier
  Zum Tummelplatz fröhlicher Spiele mir;
  Die lauschigen Täler, die schauenden Höhn:
  O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön!

  O Schwarzwald, o Heimat, noch heut' füllt die Brust
20 Ein Nachklang der schwärmenden, brausenden Lust,
  Mit der du die Stirn mir beim Maitrank bekränzt,
  Wo Schönheit und Liebe den Becher kredenzt,
  Bei Tanz und bei Liedern und Waldhorngetön:
  O Schwarzwald, o Heimat, wie war das so schön!

25 O Schwarzwald, dein Zauber bleibt ewig uns neu,
  Drum lieb' ich dich innig, dich lieb' ich getreu,
  Und kommt einst mein Stündlein, bei dir nur allein,
  Von dir überwölbt, will begraben ich sein,
  Wo Waldvögel jubeln von frühroten Höhn:
30 O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön!

Neuen Kommentar hinzufügen

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt, die Moderation der Kommentare liegt allein bei Lyrik123.de. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.