Ludwig Christoph Heinrich Hölty Nimmer werd’ ich, nimmer dein… (1775)
Nimmer werd' ich, nimmer dein vergessen,
Kühle, grüne Dunkelheit,
Wo mein liebes Mädchen oft gesessen,
Und des Frühlings sich gefreut.
5 Schauer wird durch meine Nerven beben,
Werd' ich deine Blüten seh'n,
Und ihr Bildnis mir entgegenschweben,
Ihre Gottheit mich umweh'n.
Tränenvoll werd' ich beim Mondenlichte,
10 In der Geisterstunde Grau'n,
Dir entgegenzittern und Gesichte
Auf Gesichte werd' ich schau'n;
Mich in manchen Göttertraum verirren
Bis Entzückung mich durchbebt,
15 Und nach meinem süßen Täubchen girren,
Dessen Abschied vor mir schwebt.
Wenn ich auf der Bahn der Tugend wanke
Weltvergnügen mich bestrickt;
Dann durchglühe mich der Feu'rgedanke,
20 Was in dir ich einst erblickt.
Uns, als strömt' aus Gottes offnem Himmel
Tugendkraft auf mich herab,
Werd' ich fliehen, und vom Erdgewimmel
Fernen meinen Pilgerstab.
Bibliographische Daten
Ludwig Christoph Heinrich Hölty (1748-1776)
Nimmer werd’ ich, nimmer dein…
Nimmer werd' ich, nimmer dein vergessen, …
1775
Sturm und Drang
- An die Apfelbäume, wo ich Julien erblickte
- An den Mond
- Schnitterlied
- Grabe, Spaten, grabe
- Der befreite Sklave
Alle Gedichte von Ludwig Christoph Heinrich Hölty auf Lyrik123.de.>
Neuen Kommentar hinzufügen
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt, die Moderation der Kommentare liegt allein bei Lyrik123.de. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

PDF

