Dichter

Ludwig Uhland

Ludwig Uhland

Ludwig

Ludwig Uhland war ein Volksdichter, dessen Gedichtbände immer wieder neu aufgelegt wurden und bis heute zum Grundbestand des deutschen Bücherschranks im 19. Jahrhundert gehören.

Johann Ludwig „Louis“ Uhland (* 26. April 1787 in ; † 13. November 1862 ebendort) war ein deutscher , Literaturwissenschaftler, Jurist und .

Von 1793 bis 1801 besuchte Ludwig Uhland die Schola Anatolica in Tübingen und erhielt ein Stipendium für das Tübinger Stift. Dort studierte er Rechtswissenschaften und Philosophie. Zusammen mit anderen Kameraden ging er oft auf ausgedehnte Wanderungen. In diesem Zusammenhang entstanden manche seiner Gedichte, etwa „Die Kapelle“ (1805). Die gleiche Gesinnung und die gemeinsame Richtung des Schreibens verbanden Uhland mit seinen Freunden Gustav Schwab, Justinus Kerner und Karl Mayer, die ebenfalls literarisch tätig waren.

Im April 1810 wurde Ludwig Uhland zum Doktor der Rechtswissenschaften promoviert. Danach begab er sich auf eine Bildungsreise nach Paris. Sein Interesse galt dabei französischen und altdeutschen Schriften. In dieser Zeit entstand auch Uhlands wohl bekanntestes Gedicht „Frühlingsglaube“. Der romantische Charakter dieser Verse und die Wahl seiner lyrischen Themen (Natur, Mittelalter) darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihr Verfasser nur in eingeschränktem Sinn als Romantiker betrachtet werden kann. Ludwig Uhlands wortkarge und nüchterne Art schlägt sich auch in seinen Gedichten nieder, die weniger zu Schwärmerei neigen als zur knappen, präzisen Darstellung von Gegebenheiten. Der Ton ist schlicht und unpathetisch, häufig angelehnt an Volkslieder, mit denen der Autor sich auch wissenschaftlich beschäftigt hat.

Ende 1812 zog Ludwig Uhland nach Stuttgart. Im Dezember 1814 erwähnt er in seinem Tagebuch zum ersten Mal Emilie Vischer aus Calw, seine spätere Ehefrau. In diesem Jahr entstand auch seine bekannteste Ballade: „Schwäbische Kunde“; sie basiert auf dem historischen Hintergrund des 3. Kreuzzugs, an dem Kaiser Friedrich I. Barbarossa teilnahm (und bei dem er ertrank).

Ludwig Uhland war auch immer wieder politisch aktiv. So war er in den Jahren 1819–26 und 1833–38 als liberaler Abgeordneter im württembergischen Landtag und 1848/49 gehörte er, liberal und großdeutsch gesinnt, erst der Frankfurter Nationalversammlung und dann dem Stuttgarter Rumpfparlament an. Kurz darauf zog er sich jedoch als Privatgelehrter nach Tübingen zurück, wo er 1862 verstarb.