Matthias Claudius Schlaf, holder Knabe, süss und mild (1780)

  Schlaf, süßer Knabe, süss und mild!
  Du, deines Vaters Ebenbild.
  Das bist du; zwar dein Vater spricht,
  du habest seine Nase nicht.

5 Nur eben jetzo war er hier,
  und sah dir in's Gesicht,
  und sprach:"Viel hat er zwar von mir,
  doch meine Nase hat er nicht."

  Mich dünkt es selbst, sie ist zu klein,
10 doch muss es seine Nase sein;
  denn wenn's nicht seine Nase wär',
  wo hätt'st du denn die Nase her?

  Schlaf, Knabe! Was dein Vater spricht,
  spricht er wohl im Scherz.
15 Hab' immer seine Nase nicht
  und habe nur sein Herz!

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  • K.H.Klein

    wer hat das Gedicht vertont?