Dichter

Neidhart

Neidhart, genannt (erste Hälfte des 13. Jahrhunderts), war einer der bedeutendsten und fruchtbarsten deutschsprachigen lyrischen des Mittelalters.

Er stammte wahrscheinlich aus Bayern. Er wurde um 1180 geboren und starb vor 1247. nannte in einer vor 1217 entstandenen Passage des “Willehalm” Neidhart; das zeigt, dass er schon um 1215 bekannt gewesen sein muss.

Der Name oder die Herkunft des Dichters sind nicht eindeutig eruierbar. Soweit in den mittelalterlichen Handschriften ein Autorenname genannt wird, lautet er durchweg nur „Nithart“ (Kleine Heidelberger Liederhandschrift) oder „Her Nithart“ (Codex Manesse), um nur einige Varianten zu nennen. Von mittelhochdeutschen Autoren wird der Dichter bis ins 15. Jahrhundert ebenfalls immer nur mit dem einen Namen Nithart, Neidhart, belegt.

Er begründete die , eine Spielart des Minnesangs, die Karl Lachmann als „höfische Dorfpoesie“ bezeichnet, indem er in seinen Liedern vornehmlich das hoffärtige Treiben und die derbere Liebesweise der Bauern mit geistreich humoristischer Laune schilderte.

Der größte Teil seiner Lieder gehört den beiden Gruppen der Sommerlieder und Winterlieder an. Es sind fast 200 Lieder unter seinem Namen überliefert, einige davon mit Melodie. Man nimmt an, dass rund ein Drittel davon nicht von ihm stammt.

Die Hauptfigur in seinen Liedern ist meist der „ritter von Riuwental“. Neidhart lässt die Welt der hohen mit der oft tristen Realität der Dorfbevölkerung aufeinanderprallen. Seine Lieder enthalten Sozialkritik, die als Humor verpackt den Status Quo kritisieren. Manche Interpretationen sagen ihm auch „Bauernfeindlichkeit“ in seinen Liedern nach – so wird zum Beispiel davon berichtet, dass aufgebrachte Bauern das Neidhart-Grab in Wien mit Heugabeln attackiert haben sollen.

56 bis 132 Lieder und 55 Melodien sind vom Neidhart überliefert. Die vielfältigen Abschriften seiner Werke sowie Nachahmungen im sogenannten Neidhart-Stil („Pseudo-Neidharte“) lassen auf seine Beliebtheit und die weite Verbreitung der Werke zur damaligen Zeit schließen.