Nikolaus Lenau Vor Kälte ist die Luft erstarrt (1832)

  Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
  Es kracht der Schnee von meinen Tritten,
  Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;
  Nur fort, nur immer fort geschritten!

5 Wie feierlich die Gegend schweigt!
  Der Mond bescheint die alten Fichten,
  Die sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,
  Den Zweig zurück zur Erde richten.

  Frost! friere mir in's Herz hinein!
10 Tief in das heißbewegte, wilde!
  Daß einmal Ruh mag drinnen seyn,
  Wie hier im nächtlichen Gefilde!

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