Dichter

Otto Erich Hartleben

Otto Erich Hartleben

Otto Erich

Otto Erich Hartleben war zu Lebzeiten ein ungeheuer populärer Dramatiker, Lyriker und Erzähler. Sein frühes Schaffen, lässt sich der literarischen Epoche des zuordnen, er nahm aber durchaus auch in humoristischem Tonfall die damalige Gesellschaft und ihre Moral aufs Korn.

Geboren wurde Otto Erich Hartleben am 3. Juni 1864 in Clausthal im Harz; gestorben ist er am 11. Februar 1905 in Salò am Gardasee.
Otto Erich Hartleben wurde nach dem Tod seiner Eltern – die Mutter starb1876, der Vater 1879 – früh Waise und wuchs zunächst bei seinem Großvater, Senator Eduard Angerstein, in Hannover auf. Von Herbst 1879 bis 1881 wurde er zur Erziehung nach Jever zu einem Freund seines verstorbenen Vaters, dem Gymnasialdirektor Ernst Ramdohr, geschickt, der dem aufsässigen Jugendlichen neben Schach und Bier auch Bücher, vor allem Gedichte von August Graf von Platen, nahe brachte. 1885 bestand Hartleben in Celle das Abitur und studierte ab 1886 in Leipzig und Rechtswissenschaften. 1889 wurde er Gerichtsreferendar in Stolberg (Harz) und Magdeburg, gab seine Juristenlaufbahn aber bald auf.
Ab 1890 lebte Otto Erich Hartleben als freier Schriftsteller in Berlin. Nach dem Tod seines Großvaters 1893 erbte Hartleben 80.000 Mark und heiratete am 2. Dezember seine langjährige Lebensgefährtin, die ehemalige Kellnerin Selma Hesse, genannt „Moppchen”.
Ein durchschlagender Erfolg wurde 1900 seine Offizierstragödie “”, die das Scheitern der Liebe zwischen einem einfachen Mädchen und einem Leutnant aus alter Offiziersfamilie zum Thema hat. Für dieses Stück erhielt Otto Erich Hartleben 1902 den Grillparzer-Preis. Von den Einnahmen kaufte er sich die Villa Halkyone in Salò am Gardasee, in der er ab 1903 mit seiner Geliebten Ellen Birr lebte.

In seinem literarischen Schaffen um die Jahrhundertwende hatte sich Otto Erich Hartleben vor allem als Gründer und Mitglied zahlreicher Künstler-Stammtische und literarischer Vereine einen legendären Ruf erworben: Hierzu gehörten u. a. die Gründung der B.B.B.V. (Bairisch-Böhmische-Bier-Vetterschaft) in Hannover, um 1890 in Magdeburg der Menschenclub, um 1891 in Berlin der Karlsbader-Idealisten-Club. Daneben war er Mitherausgeber der wöchentlich erscheinenden Zeitschrift “Die Jugend”. Eine seiner Paradefiguren war der Serenissimus, ein vertrottelter Duodezfürst eines imaginären Kleinfürstentums.