Dichter

Otto Roquette

Der Otto Roquette war ein typischer Vertreter der .

Otto Roquette (* 19. April 1824 in Krotoschin bei Posen; † 18. März 1896 in Darmstadt) war ein deutscher Schriftsteller.

Roquette war hugenottischer Abstammung. Er war der Sohn des Landgerichtsrats Louis Roquette und dessen Ehefrau Antoinette Barraud. Seinen ersten Unterricht erfuhr er durch seinen Großvater, einen reformierten Pastor. Er studierte 1846–1850 Philologie und Geschichte an den Universitäten Heidelberg, Berlin und Halle. Nach Reisen in die Schweiz und nach Italien zog er 1852 nach Berlin. Dort schloss er bald u. a. Bekanntschaft mit August Förster, Alfred Graefe, Rudolf Kögel und Julius Hans von Thümmel.

1853 wurde Otto Roquette als Lehrer für Deutsch und Geschichte ans Blochmannsche Institut nach Dresden berufen. Vier Jahre später kehrte er nach Berlin zurück und wurde dort 1862 Professor für Literaturgeschichte an der preußischen Kriegsakademie, bevor er 1867 an die königliche Gewerbeakademie wechselte. Während dieser Zeit zählte er zu den Gästen der regelmäßigen Treffen der Gesellschaft “Tunnel über der Spree”.

1868 wurde er Corpsschleifenträger der Teutonia Berlin. Ab 1869 unterrichtete er am Polytechnikum Darmstadt. 1893 wurde er zum Geheimen Hofrat ernannt. Otto Roquette war mit dem deutschen Schriftsteller befreundet und wie dieser Mitglied der literarischen Vereinigung „“.

Otto Roquettes pseudoromantische, epigonale und seine märchenhaft drapierte Versepik lässt sich der Butzenscheibenlyrik zuordnen. Seine Werke wurden nach 1850 außerordentlich populär und erfreuten sich vor allem in konservativen Kreisen großer Beliebtheit. Roquettes nachrevolutionäre Modepoesie stand in bewusster Abkehr von der politischen Tendenzlyrik der Vormärzepoche. Sein Liebe, Wein und Jugend feierndes Versepos “Waldmeisters Brautfahrt” erschien zuerst 1851, brachte es in dreißig Jahren auf mehr als 50 Auflagen und wurde ein sensationeller Bucherfolg für die damalige Zeit.

Populär wurde Roquette auch mit einigen Liedern, so mit dem 1851 verfassten und 1863 von Wilhelm Baumgartner zu einem bekannten Volkslied vertonten Gedicht “Noch ist die blühende, goldene Zeit”. Roquette war auch als Erzähler, Dramatiker und Literaturhistoriker sowie als Autobiograph tätig.

Otto Roquettes Werk wurde später als überwiegend seicht und künstlerisch wertlos eingeschätzt und ist heute nahezu vergessen.