Paul Boldt Junge Pferde (1913)
Wer die blühenden Wiesen kennt
Und die hingetragene Herde,
Die, das Maul am Winde, rennt:
Junge Pferde! Junge Pferde!
5 Über Gräben, Gräserstoppel
Und entlang den Rotdornhecken
Weht der Trab der scheuen Koppel,
Füchse, Braune, Schimmel, Schecken!
Junge Sommermorgen zogen
10 Weiß davon, sie wieherten.
Wolke warf den Blitz, sie flogen
Voll von Angst hin, galoppierten.
Selten graue Nüstern wittern,
Und dann nähern sie und nicken,
15 Ihre Augensterne zittern
In den engen Menschenblicken.
Bibliographische Daten
Paul Boldt (1885-1921)
Junge Pferde
Wer die blühenden Wiesen kennt …
1913
Expressionismus
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