Paul Boldt Junge Pferde (1913)

  Wer die blühenden Wiesen kennt
  Und die hingetragene Herde,
  Die, das Maul am Winde, rennt:
  Junge Pferde! Junge Pferde!

5 Über Gräben, Gräserstoppel
  Und entlang den Rotdornhecken
  Weht der Trab der scheuen Koppel,
  Füchse, Braune, Schimmel, Schecken!

  Junge Sommermorgen zogen
10 Weiß davon, sie wieherten.
  Wolke warf den Blitz, sie flogen
  Voll von Angst hin, galoppierten.

  Selten graue Nüstern wittern,
  Und dann nähern sie und nicken,
15 Ihre Augensterne zittern
  In den engen Menschenblicken.

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