Paul Gerhardt

Kirchenlieddichter

Paul Gerhardt gilt als der bedeutendste protestantische Liederdichter nach . Gerhardts Lieder markieren den Anfang einer neuzeitlichen deutschen Lyrik und weisen den Weg zur barocken Lieddichtung, die Goethe später perfektionieren sollte.

Paul Gerhardt (* 12. März 1607 in Gräfenhainichen im Kurfürstentum Sachsen; † 27. Mai 1676 in Lübben im Spreewald) war ein evangelisch-lutherischer und .

Gerhardt studierte in Wittenberg Theologie und war als Hauslehrer tätig. In den Jahren 1651–57 arbeitete er als in Mittenwalde bei Berlin, ab 1657 wurde er Diakon an der Nikolaikirche in Berlin.

Frühe Erfahrungen von Krieg, Krankheit und Tod prägten Paul Gerhardt. Dies spiegelt sich besonders in seinen Gedichten wider, die in ihrer Schlichtheit, Gefühlswärme und Singbarkeit zu Volksliedern geworden sind.

Gerhardts Lyrik behandelt die christliche Kirche, die Tages- und Jahreszeiten, das Ehe- und Familienleben. Mit dem Adventslied „Wie soll ich dich empfangen“ beginnt er das Kirchenjahr, es folgen Weihnachtslieder wie „Ich steh an deiner Krippe hier“, denen das erschütternde Passionsgedicht „O Haupt voll Blut und Wunden“ gegenübertritt. Das Oster- und Pfingsterlebnis verbindet sich mit der Freude an der erwachenden Natur. In „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ zeigt er das sommerlich blühende Land; er schildert Regentage und Sonnenschein, Erdenleid und Erdenglück.

Darüber hinaus verfasste Paul Gerhardt Trostgesänge wie „Gib dich zufrieden und sei stille“, „Ich bin ein Gast auf Erden“ und „Befiehl du deine Wege“. Auch die Kriegsnot und die Sehnsucht nach Frieden spiegeln sich in Gerhardts Lyrik wider; am Ende des Dreißigjährigen Krieges dichtete er das Danklied „Gott Lob, nun ist erschollen das edle Friede und Freudenwort“.

Die heute bekannten Werke Paul Gerhardts, 139 deutsche Liedtexte und Gedichte, sowie 15 lateinische Gedichte, wurden u. a. von Johann Crüger, Johann Georg Ebeling und Johann Sebastian Bach vertont.

Mit seinen Liedern wollte Paul Gerhardt in den Menschen Vertrauen in eine kirchliche und persönliche Frömmigkeit wecken. Somit bilden seine Werke den Übergang von der kirchlichen Objektivität zur Subjektivität des persönlichen Gefühlslebens, vom Bekenntnisgesang zum Erbauungslied. Bei Martin Luther ruft die Gemeinde zu Gott, bei Gerhardt spricht der Einzelne.

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