Peter Cornelius In der Ferne (1855)
Mit hellem Sang und Harfenspiel
Möcht' ich die Welt durchreisen,
Und wo's am besten mir gefiel,
Da sang' ich meine Weisen.
5 Dann zög' ich vor dein Haus am Rhein.
Die Saiten laut zu schlagen,
Und sänge von der Liebe mein
Und Frühlingswundersagen.
Wenn Rheinesluft mein Herz verspürt,
10 Dann sing' ich hell und weidlich;
Du lauschtest wohl und sprächst gerührt:
Der Harfner singt ganz leidlich!
Man reichte mir die Gabe hin
Ich aber sänge wieder:
15 Ei, weißt du noch nicht wer ich bin?
Und kennst du meine Lieder?
Und wär mein Singen Seraphsang,
Und gäbst du golden Kronen,
Was da vor deiner Tür erklang,
20 Das kann nur Liebe lohnen."
Und jübelnd ließ ich dann am Rhein
Mein Herz an deinem schlagen
Und sänge von der Liebe mein
Und Frühlingswundersagen.
Bibliographische Daten
Peter Cornelius (1824-1874)
In der Ferne
Mit hellem Sang und Harfenspiel …
1855
Romantik
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