Rainer Maria Rilke Wandelt sich rasch auch die Welt (1922)

  Wandelt sich rasch auch die Welt
  wie Wolkengestalten,
  alles Vollendete fällt
  heim zum Uralten.

5 Über dem Wandel und Gang,
  weiter und freier,
  währt noch dein Vor-Gesang,
  Gott mit der Leier.

  Nicht sind die Leiden erkannt,
10 nicht ist die Liebe gelernt,
  und was im Tod uns entfernt,

  ist nicht entschleiert.
  Einzig das Lied überm Land
  heiligt und feiert.

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