Theodor Storm Du gehst an meiner Seite hin (1855)

  Du gehst an meiner Seite hin
  Und achtest meiner nicht;
  Nun schmerzt mich deine weiße Hand,
  Dein süßes Angesicht.

5 O sprich wie sonst ein liebes Wort,
  Ein einzig Wort mir zu!
  Die Wunden bluten heimlich fort,
  Auch du hast keine Ruh.

  Der Mund, der jetzt zu meiner Qual
10 Sich stumm vor mir verschließt,
  Ich hab ihn ja so tausendmal,
  Vieltausendmal geküßt.

  Was einst so überselig war,
  Bricht nun das Herz entzwei;
15 Das Aug, das meine Seele trank,
  Sieht fremd an mir vorbei.

Neuen Kommentar hinzufügen

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt, die Moderation der Kommentare liegt allein bei Lyrik123.de. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.