Theodor Storm Hyazinthen (1851)

  Fern hallt Musik; doch hier ist stille Nacht,
  Mit Schlummerduft anhauchen mich die Pflanzen;
  Ich habe immer, immer dein gedacht,
  Ich möchte schlafen; aber du mußt tanzen.

5 Es hört nicht auf, es ras't ohn' Unterlaß;
  Die Kerzen brennen und die Geigen schreien,
  Es teilen und es schließen sich die Reihen,
  Und Alle glühen; aber du bist blaß.

  Und du mußt tanzen; fremde Arme schmiegen
10 Sich an dein Herz; o leide nicht Gewalt!
  Ich seh' dein weißes Kleid vorüberfliegen
  Und deine leichte, zärtliche Gestalt. – –

  Und süßer strömend quillt der Duft der Nacht
  Und träumerischer aus dem Kelch der Pflanzen.
15 Ich habe immer, immer dein gedacht;
  Ich möchte schlafen; aber du mußt tanzen.

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