Theodor Storm So dunkel sind die Straßen (1855)
So dunkel sind die Straßen,
So herbstlich geht der Wind;
Leb wohl, meine weiße Rose,
Mein Herz, mein Weib, mein Kind!
5 So schweigend steht der Garten,
Ich wandre weit hinaus;
Er wird dir nicht verraten,
Daß ich nimmer kehr nach Haus.
Der Weg ist gar so einsam,
10 Es reist ja niemand mit;
Die Wolken nur am Himmel
Halten gleichen Schritt.
Ich bin so müd zum Sterben;
Drum blieb' ich gern zu Haus
15 Und schliefe gern das Leben
Bibliographische Daten
Theodor Storm (1817-1888)
So dunkel sind die Straßen
So dunkel sind die Straßen, …
1855
Realismus
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