Wilhelm Baumgartner O lasst mir meine stille Weise

  O laßt mir meine stille Weise,
  O reißt mich nicht hervor ans Licht!
  Mich dürstet nicht nach eurem Preise,
  Und eure Bahn ist meine nicht.
5 Dem Sänger sind genug der Schlingen
  Vom eignen heißen Blut gelegt;
  Es frommt das Maß in allen Dingen
  Und doppelt, wo man Geister wägt.
  Ist dieser Brust ein Ton beschieden,
10 Der stimmt in eures Herzens Schlag:
  Wohlan, so gönnt mir Rast und Frieden,
  Daß ich ihn voll verströmen mag!

  Doch nicht, wo bei der Kerzen Funkeln
  Den Reigen wilde Laune führt, -
15 Der Gott hat immer nur im Dunkeln
  Die Seele tönend mir berührt.
  Er flieht die Stätten, wo die Menge
  Sich Götzen formt und dann zerbricht;
  Drum laßt mich wert sein seiner Strenge
20 Und reißt mich nicht hervor ans Licht!

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