Wilhelm Müller Das Frühlingsmahl (1824)

  Wer hat die weißen Tücher
  Gebreitet über das Land?
  Die weißen duftenden Tücher
  Mit ihrem grünen Rand?

5 Und hat darüber gezogen
  Das hohe blaue Zelt?
  Darunter den bunten Teppich
  Gelagert über das Feld?

  Er ist es selbst gewesen,
10 Der gute reiche Wirt
  Des Himmels und der Erden,
  Der nimmer ärmer wird.

  Er hat gedeckt die Tische
  In seinem weiten Saal,
15 Und ruft, was lebet und webet,
  Zum großen Frühlingsmahl.

  Wie strömt's aus allen Blüten
  Herab von Strauch und Baum!
  Und jede Blüt ein Becher
20 Voll süßer Düfte Schaum.

  Hört ihr des Wirtes Stimme?
  Heran, was kriecht und fliegt,
  Was geht und steht auf Erden,
  Was unter den Wogen sich wiegt!

25 Und du, mein Himmelspilger,
  Hier trinke trunken dich,
  Und sinke selig nieder
  Aufs Knie und denk an mich!

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